Meine Texte sind mittelmäßig, aber meine Überarbeitungen sind spitze. – David Ogilvy
- Was bringt ein Lektorat?
- Inhaltslektorat – Struktur, Tiefe und Spannung
- Stil-Lektorat – Klarheit und Originalität
- Wenn es mehr braucht: Dramaturgische Begleitung
- Fazit

Was verbindet einen trinkfesten Nobelpreisträger, einen dystopischen Visionär, einen marathonlaufenden Japaner und einen Horror-Meister?
(a) sechszehige Katzen
(b) eine Jazzbar
(c) Triskaidekaphobie
(d) elf Regeln der Teezubereitung
(e) ein kreatives Lektorat
↓ Auflösung ganz unten ↓
Was bringt ein Lektorat?
Der Weg von den ersten Zeilen bis zum fertigen Text ist aufregend und erfüllend, aber oft auch unerwartet zeitaufwendig und steinig. Spätestens wenn nach dem Schreiben die Sisyphusarbeit beginnt, verschwindet so manches Manuskript auf unbestimmte Zeit in der Schublade.
Aber dazu muss es nicht kommen. Ein Lektorat unterstützt nicht nur dabei, einen Text druckreif zu machen, dessen Stil, Verständlichkeit und Dramaturgie zu prüfen und Grammatik sowie Zeichensetzung den aktuellen Regeln anzupassen. Es ist auch motivierend und hilft mit konstruktivem Feedback dabei, am Ball zu bleiben.
Sollte ich meinen Text zuerst selbst lektorieren?
Ja, unbedingt! Wenn ein Text schon eine oder mehrere Überarbeitungen durchlaufen hat, kann ich mich auf den Feinschliff konzentrieren und noch mehr aus einer Geschichte herausholen. Das Selbstgeschriebene kennen wir als Autoren und Autorinnen nach einer Weile so gut, dass wir es nur schwer mit der nötigen Distanz betrachten können und deswegen Logikfehler oder Stilbrüche ausblenden. Hier hilft ein erstes Feedback von Bekannten, Freunden und Familie. Wer es anonymer mag, nutzt Testlesungen kostenlos oder für einen geringen Monatsbeitrag online, z. B. im Autorenclub. Sie bewahren davor, sich zu lange mit der Überarbeitung einer bestimmten Stelle aufzuhalten, und wirken nebenbei noch inspirierend.
Nach diesen ersten Durchgängen ist ein inhaltliches Lektorat der übliche Weg, um das Manuskript oder Teile davon auf eine Veröffentlichung vorzubereiten. In dieser Phase der Textarbeit geht es darum, das Manuskript (üblicherweise im Kontext des Genres) dramaturgisch zu schärfen, dessen Einzigartigkeit herauszustellen und von anderen Projekten abzugrenzen. Hieran knüpft ein stilistisches Lektorat an, bei dem ich den Text auf einer rein sprachlich-stilistischen Ebene erneut überprüfe und mir jeden Satz im Detail anschaue. Sollen inhaltliches und stilistisches Lektorat zeitgleich ablaufen, bietet sich ein Gesamtlektorat an.

Inhaltslektorat – Struktur, Tiefe und Spannung
Beim Inhaltslektorat liegt der Fokus auf der inhaltlichen und dramaturgischen Qualität eines Manuskripts. Ich analysiere die Handlung, Charakterentwicklung und Konfliktstruktur, um zu erreichen, dass die Geschichte schlüssig, originell und klar aufgebaut ist. Entwickeln sich die Figuren glaubwürdig? Sind die Handlungsstränge logisch miteinander verknüpft? Baut sich die Spannung an den richtigen Stellen auf?
Ein Inhaltslektorat biete ich ab 4 Euro pro Normseite an. Es umfasst die Überprüfung des roten Fadens und den Feinschliff auf Szenenebene.
Zunächst lese ich das Manuskript, um den roten Faden, den Erzählstil und das zentrale Thema zu erfassen. Hierbei liegt der Fokus auf der Struktur der Geschichte, den Charakteren, dem Spannungsbogen und den Erwartungen der Leser:innen an das Genre. Ich identifiziere potenzielle Schwachstellen, etwa ungenutztes Konfliktpotenzial, logische Brüche oder Szenen, die mehr Tiefe benötigen. Anschließend richte den Blick auf einzelne Szenen. Wie im Stil-Lektorat nutze ich den Nachverfolgungsmodus und erkläre meine Vorschläge in Kommentaren am Textrand, sodass alle Änderungen und Vorschläge nachvollziehbar sind.

Im Einzelnen prüfe ich einen Text auf:
✔ eine klare Struktur
✔ einen starken Spannungsbogen
✔ logische Szenenabfolgen
✔ einen stimmigen Weltenbau
✔ glaubwürdige Figuren
✔ einheitliche Perspektiven
✔ authentische Konflikte
✔ lebendige Dialoge
✔ einen passenden Tonfall
✔ das passende Erzähltempo
✔ Informationsdichte
✔ zielgruppenorientierte Erzählbögen
Am Ende des Lektorats biete ich ein Feedbackgespräch an.
Dieses kann auch dafür genutzt werden, offene Fragen zu den Vorschlägen zu stellen.
Zusätzlich sind telefonische oder schriftliche Feedbackgespräche in Form einer dramaturgischen Begleitung möglich.
Stil-Lektorat – Klarheit und Originalität
Anders als das inhaltliche Lektorat, bei dem der Fokus auf einer Optimierung der Textstruktur liegt, sorgt ein stilistisches Lektorat für den sprachlichen Feinschliff. Ein Stil-Lektorat biete ich ab 4 Euro pro Normseite an. Es umfasst eine Durchsicht des Textes mit besonderem Fokus auf Sprachfluss, Ausdruck und Stil (aber nicht Grammatik und Orthografie, was zum Korrektorat gehört). Ziel ist es, den Text ansprechender und klarer zu gestalten, ohne dabei Ihre persönliche Erzählstimme zu verändern. Ich lege Wert darauf, den individuellen Charakter des Schreibstils zu bewahren, während ich auf stilistische Schwächen hinweise, Verbesserungsvorschläge in Kommentaren formuliere und sprachliche Feinheiten direkt im Text anpasse.
Ein Manuskript arbeite ich im Nachverfolgungsmodus kapitelweise einmal vollständig durch. Dabei achte ich auf:
✔ klaren Satzbau
✔ Prägnanz
✔ konsistente Sprechweise der Figuren
✔ lebendige, ausdrucksvolle Sprache
✔ einzigartigen Stil
✔ kontext- und zielgruppenspezifische Wortwahl
✔ passende Tonalität
✔ Satzmelodie u.v.m.

Rechtschreib- und Interpunktionsfehler, die mir nebenbei auffallen, korrigiere ich mit, das Stil-Lektorat beinhaltet aber für sich genommen kein Korrektorat. Grund dafür ist, dass die Prüfung der Rechtschreibung einen eigenständigen Durchgang und einen anderen Fokus erfordert als ein Lektorat. Ich biete eine Kombination von Stil-Lektorat und Korrektorat ab 5 Euro pro Normseite an.
Auch nach Abschluss des Lektorats stehe ich Ihnen zur Verfügung:
Sie können sich in Ruhe mit meinen Anmerkungen befassen und offene Fragen bei Bedarf in einem kostenlosen Abschlussgespräch klären.

Wenn es mehr braucht: Dramaturgische Begleitung
Nicht immer ist ein Lektorat allein ausreichend, manchmal braucht man eine Schreibbegleitung, die etappenweise Feedback im Detail gibt und mit der man noch unausgereifte Ideen diskutieren kann.
Hier bietet sich eine dramaturgische Begleitung an – oft ergänzend zu einem Lektorat, wenn bereits ein fertiges Manuskript vorliegt. In ein- bis zweistündigen Gesprächen oder in einem E-Mail-Austausch besprechen wir einzelne Themen im Detail. Das können bestimmte Textstellen sein, das Konzept des Buches, allgemeine Fragen zum Schreibprozess, eine erste Buchidee oder praktische Fragen zum Thema Exposé, Verlagssuche und Self-Publishing. Dazu schicken Sie mir vorab ein paar Informationen dazu, was Sie besprechen möchten, und ich melde mich mit einem Terminvorschlag. Die Kosten für eine dramaturgische Begleitung liegen bei 50 Euro pro Stunde (findet diese schriftlich statt, zählt die Schreib- und Recherchezeit).
Fazit
Ein Lektorat ist sinnvoll, wenn Sie planen, Ihr Buch zu veröffentlichen und eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Darüber hinaus ist es aber auch eine gute Möglichkeit, die eigene Schreibkunst zu verbessern und neue Blickwinkel auf einen vertrauten Text zu gewinnen.
Und die Antwort auf die Quizfrage?
Der trinkfeste Nobelpreisträger Hemingway hielt sich sechszehige Katzen. Der ambitionierte Marathonläufer Murakami betrieb eine Jazzbar, bevor er Schriftsteller wurde. Orwell folgte einem elfstufigen Plan zur perfekten Teezubereitung, und der berüchtigte Horror-Meister Stephen King fürchtet sich wahrscheinlich noch heute vor der Zahl 13. So unterschiedlich ihre Eigenheiten auch sind, eines ist ihnen allen gemeinsam: ein kreatives Lektorat.


